Sartorius AG

Sartorius kehrt 2025 auf profitablen Wachstumspfad zurück

Der Göttinger Life-Science-Konzern Sartorius AG hat das Geschäftsjahr 2025 nach vorläufigen Zahlen mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg abgeschlossen. Der Konzernumsatz wuchs währungsbereinigt um 7,6 Prozent auf rund 3,54 Mrd. Euro, während die operative EBITDA-Marge um 1,7 Prozentpunkte auf 29,7 Prozent zulegte.

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Die Sartorius AG berichtet mit vorläufigen Zahlen einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg im vergangenen Jahr. Der Konzernumsatz wuchs währungsbereinigt um 7,6% auf rund 3,54 Mrd. Euro und auch bei der Marge konnte der Laborausrüster nochmals zulegen. Damit gelang Sartorius nicht nur eine Rückkehr zu solidem Wachstum nach der branchenweiten Nachfragedelle der Vorjahre, sondern zugleich eine überproportionale Steigerung der Profitabilität.

Das Wachstum speiste sich vor allem aus dem margenstarken, wiederkehrenden Geschäft mit Verbrauchsmaterialien. In beiden Konzernsparten legten diese Erlöse spürbar zu, während sich das zyklischere Geschäft mit Anlagen und Instrumenten im Jahresverlauf stabilisierte, jedoch noch nicht vollständig erholte. Regional trugen alle Absatzmärkte zum Wachstum bei, mit besonders starken Zuwächsen in Amerika sowie in der Region Asien/Pazifik.

Bioprocess Solutions als zentraler Wachstumsmotor

Die Sparte Bioprocess Solutions, die mehr als drei Viertel des Konzernumsatzes erwirtschaftet, bestätigte 2025 ihre Rolle als wichtigste Ertragssäule. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 9,5 Prozent auf 2,87 Mrd. Euro. Treiber war vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien wie Filtern und Einwegkomponenten für die biopharmazeutische Produktion. Diese Produkte profitieren strukturell vom wachsenden Bedarf an Biologika und neuen therapeutischen Modalitäten.

Das Geschäft mit Bioprozess-Anlagen blieb dagegen aufgrund der weiterhin zurückhaltenden Investitionstätigkeit vieler Kunden gedämpft, zeigte im Jahresverlauf jedoch Anzeichen einer Bodenbildung. Um so erstaunlicher, dass sich trotz der schwächeren Nachfrage die internen Bemühungen um Effizienzgewinne bereits stark niederschlugen, was sich in der deutlichen Steigerung der EBITDA-Marge der Sparte auf 31,7 Prozent zeigt.

Strategisch bleibt Sartorius hier auf Kurs: Das Unternehmen investiert weiterhin gezielt in Technologien zur Prozessintensivierung, kontinuierliche Herstellungsverfahren sowie nachhaltigere Lösungen, etwa PFAS-freie Filter und den Einsatz erneuerbarer Rohstoffe. Neue Software- und Analyseangebote sowie Kooperationen im Bereich Zell- und Gentherapie ergänzen das Portfolio.

Laborsparte stabilisiert sich – Mattek stärkt Zukunftsfeld Organoide

Die kleinere Sparte Lab Products & Services zeigte sich 2025 in einem schwierigen Marktumfeld widerstandsfähig. Zwar stagnierte der Umsatz insgesamt, in der zweiten Jahreshälfte kehrte die Sparte jedoch wieder auf einen moderaten Wachstumspfad zurück. Besonders das Geschäft mit Laborverbrauchsmaterialien und Services entwickelte sich positiv, während das Instrumentengeschäft weiter unter Druck stand.

Mit der Übernahme des Mikrogewebe/Organoid-Spezialisten Mattek stärkte Sartorius gezielt sein Engagement im strategisch wichtigen Bereich der Advanced Cell Models. Organoide und 3D-Zellkulturen gelten als Schlüsseltechnologien für die Wirkstoffforschung und gewinnen auch vor dem Hintergrund der Reduktion von Tierversuchen an Bedeutung. Kurzfristig belastete die Akquisition zwar die Marge der Sparte, sie unterstreicht jedoch die langfristige Ausrichtung auf forschungsnahe Wachstumsfelder.

Strategie bleibt konsistent – Resilienz und organisches Wachstum

Insgesamt signalisiert die Geschäftsentwicklung keine strategische Kehrtwende, sondern eine Bestätigung des bestehenden Kurses. Sartorius setzt weiterhin auf organisches Wachstum, eine starke Fokussierung auf wiederkehrende Umsätze sowie den gezielten Ausbau seiner globalen Forschungs- und Produktionsinfrastruktur. 2025 investierte das Unternehmen 442 Mio. Euro, unter anderem in den Ausbau der Bioprozessproduktion in Europa und Asien.

Die verbesserte Ertragslage stärkt zugleich die Bilanz: Die Eigenkapitalquote stieg, der Verschuldungsgrad sank weiter. Damit verschafft sich Sartorius zusätzlichen finanziellen Spielraum, um auch in einem volatilen Marktumfeld handlungsfähig zu bleiben.

Für 2026 rechnet der Konzern mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 5 bis 9 Prozent und einer weiteren Margenverbesserung auf über 30 Prozent. Das Verbrauchsmaterialgeschäft dürfte erneut der wichtigste Wachstumstreiber bleiben, während für Anlagen und Instrumente eine schrittweise Belebung erwartet wird.

Makroökonomische Unsicherheiten, geopolitische Risiken und mögliche zusätzliche Zölle bleiben Belastungsfaktoren. Gleichzeitig profitieren Sartorius und die gesamte Branche bis hin zu den CDMOs von langfristigen Trends wie der steigenden Nachfrage nach Biologika. Dem gegenüber steht zwar auch der Kostendruck in den Gesundheitssystemen und die zunehmende Auslagerung komplexer Produktionsschritte. Doch als Lieferant von Verbrauchsmaterialien in die Weltregionen der diversen Produktionsstätten, spielt die Struktur der Nutzer keine so große Rolle, so lange überall immer mehr Bioprozesse in die industriellen Fertigungslinien Einzug halten. Auch im wachsenden Bereich der Herstellung von Tierfutter und Lebensmitteln im Labor ist Sartorius vertreten. Vor diesem Hintergrund sieht sich das Unternehmen strategisch gut positioniert, um seinen profitablen Wachstumskurs fortzusetzen.

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